Raumakustik von der Planung bis zur Montage

Raumakustik

Je nach geplanter Nutzung gelten für einen Raum andere Anforderungen an die Raumakustik. Diese sollten sie schon im Planungsprozess berücksichtigen. Die baulichen Vorgaben an die akustische Eignung, die sogenannte "Hörsamkeit" sind in Österreich geregelt. Vorwiegend in der ÖNORM B 8115-5 finden Sie die dazu relevanten Bestimmungen. Beispiele von unseren Projekten zur Raumakustik finden Sie in unserem Blog

Nachhallzeit

Die Nachhallzeit ist jene Zeit, die ein Geräusch in einem Raum nachhallt. Genauer gesagt ist es jene Zeitspanne, binnen welcher der Schalldruckpegel (frequenzabhängig) um 60dB abfällt. Sie ist die wichtigste Kennzahl in der Raumakustik. Der Schalldruckpegel wird in Sekunden und dem zugehörigen Frequenzband angegeben.

Verbesserung der Raumakustik im Großraumbüro durch verschiedene Absorber

optimale Nachhallzeit

Abhängig von der vorgesehenen Nutzung (Sprache, Musik, etc.) bestimmen wir gemäß Normen und Regelwerken eine optimale Nachhallzeit. Sie sollte über das Frequenzband von 63Hz bis 4000Hz gleichmäßig eingehalten werden. Die Normen geben dazu frequenzabhängige Toleranzen für die Über- bzw. Unterschreitung an.

bauliche Maßnahmen

Um die Vorgabewerte der Nachhallzeit zu erreichen muss die “überschüssige” Schallenergie absorbiert (in Schwingung und Wärme umgewandelt) werden. Je nach Anforderung (Frequenz) wird das optimale Material bzw. Absorbersystem ausgewählt, wobei hier eine große Material- und Systemvielfalt herrscht. Die Messergebnisse bilden unsere Grundlage für eine maßgeschneiderte Lösung. 

Akustik-Elementdecken

Abgehängte Decken mit metallischen Schienensystemen im Modul 625/625mm oder 600/600mm sind wartungsfreundlich und rationell gebaut. Sie sind vor allem in Gewerbe und Industrie sehr beliebt. Die Vielfalt der jeweiligen Modulplatten (z.B. Mineralfaser, Holzwolle, Metallkassetten, etc.) ist groß. Außerdem gibt es eine breite Palette an standardisiertem Zubehör. Man erhält leicht verschiedenste Einbauleuchten, Infrarotheizpaneele und vieles mehr.

Bei richtiger Ausführung werden selbst höchste Ansprüche an die Raumakustik erfüllt.

Akustik-Elementdecke in einem Großraumbüro

Verbesserte Raumakustik durch Akustikdecke mit Streulochung

geschlossene Akustikdecken

Mit abgehängten Decken aus Gipskarton kann ebenfalls eine sehr gute Raumakustik erreicht werden. Faktoren wie Abhängehöhe, Zwischendämmung und Lochbild spielen hierbei eine wichtige Rolle. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind durch die hohe Flexibilität sehr groß. Es gibt für die fugenlosen Systeme verschiedene Deckenplatten, die durch das unterschiedliche Lochbild optische Akzente setzen. Der Raum wird somit akustisch optimiert und gleichzeitig ästhetisch verschönert.

Egal ob Büro, Klassenzimmer oder Konferenzraum - diesen Systemen sind keine Grenzen gesetzt. Mit kreativen Beleuchtungskonzepten wird das Erscheinungsbild des Raumes ansprechend und funktional gestaltet. Außerdem zeichnen sich diese Decken durch eine hohe Lebensdauer aus. Auch Farbbeschichtungen, die keinen negativen Einfluss auf die akustische Verbesserung haben, sind möglich.

Deckensegel

Bei ausreichenden Raumhöhen sind Deckensegel eine sehr effiziente Möglichkeit zur Schallabsorption. Man hängt sie einzeln, meist befestigt durch Seilsysteme, von der Bestandsdecke ab. Die Montagezeit vor Ort ist vergleichsweise gering und fast schmutzfrei. Das Grundmaterial (meist Schaumstoff, Mineralfaser oder Mineralwolle) und die Dicke der Deckensegel entscheiden im Zusammenhang mit der Abhängehöhe über das Absorptionsvermögen. Deckensegel sind in verschiedenen Farben, Formen und Oberflächen erhältlich. Damit ergeben sich neben dem positiven Einfluss auf die Raumakustik auch kreative Gestaltungsmöglickeiten. Der Raum wird akustisch optimiert und verschönert.

Bei richtiger Abstimmung wird eine gute Wirkung bei mittleren bis hohen Frequenzen erreicht.

Deckensegel in einem Café

Zusammenwirken von Wand- und Deckenabsorbern

Sonderformen / Kombinationen

Die Dämpfung tiefer Frequenzen bedarf besonderer Beachtung. Bei tiefen Frequenzen müssten Abmessungen und Masse der Absorber relativ groß werden. Daher sind in diesem Bereich fallweise auch Resonatoren einzusetzen.

Ein treffsicheres Lösungskonzept sollte unbedingt auf Basis einer vorangegangenen Akustikmessung erarbeitet werden.

Baffeln

Wenn große Absorptionsflächen vorliegen, sind Absorberbaffeln eine gute Lösungsmöglichkeit. Auch die betonkernaktivierten Decken werden durch ihren Einsatz akustisch verbessert. Durch die unterschiedlichsten Formen gibt es eine Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten. Baffeln können je nach Vorliebe aus Schaumstoff, Mineralwolle oder in Metallkassetten geliefert werden.

Schauen Sie sich dazu die Montage einer Akustikbaffel an.

Akustik-Schaumstoff

Absorberschaumstoffe

Platten (meist aus Melaminharzschaumstoff) bringen wir in Sichtqualität auf den Wand- und/oder Deckenflächen des zu bearbeitenden Raumes an.

Für die Absorptionswirkung ist die Form der Oberfläche (glatt oder strukturiert) und besonders die Gesamtdicke von Bedeutung. Die Schaumstoffabsorber können wir zusätzlich auch mit Akustikstoffen überspannen. Dadurch entsteht neben der Verbesserung der Raumakustik noch eine kreative Gestaltungsmöglichkeit. Der Absorber kann so neben einem nützlichen auch zu einem dekorativen Element werden. Der Einsatz ist bei mittelhohen bis hohen Frequenzen zu empfehlen.

Akustikgewebe

Eine erste Maßnahme zur Verbesserung der Raumakustik ist oft die Anbringung von Vorhängen. Auch der Einsatz von Wand- oder Deckenbespannungen bringt oft eine positive Korrektur. Dazu setzen wir Spezialstoffe und Akustikgewebe ein. Sie weisen schallschluckende Eigenschaften auf. Diese eigenen sich vor allem zur Dämpfung hoher Frequenzen.

Die Stoffe tragen zur Verbesserung der Raumatmosphäre bei. Darüber hinaus bringen sie Farbe in den Raum. Ihrer Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Spezialstoffe zur Verbesserung der Raumakustik